Byung Chul Kim, Der Herr, der Knecht und das vermittelnde Dritte, 2014

Byung Chul Kim, Der Herr, der Knecht und das vermittelnde Dritte, 2014

 

Byung Chul Kim - Identität und Erscheinung 18.-25.02.2016
Ausstellung in der Fettschmelze

Vernissage: Donnerstag 18.02. / 19Uhr
geöffnet täglich 17-20Uhr
Performance: Donnerstag 18.02. / 20Uhr und Samstag 20.02. / 19Uhr
Vortrag: Sonntag 21.02. / 16Uhr Julia Knifka (Doktorandin der Philiosophie/KIT)

Aufgewachsen im Landesinneren Südkoreas, verbrachte Byung Chul Kim seine Jugend in Seoul, wo er im Alter von 15 bis 17 Jahren in einem buddhistischen Kloster lebte.
Kim studierte zunächst an der Chugye University for the Arts in Seoul westliche Malerei, bevor er an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Christian Jankowski Installation, Performance und Video studierte. Kim absolvierte zudem ein Gastsemester in der Masterclass des Graduate Fine Art Programm des California College of the Arts in San Francisco, USA. Im Jahr 2011 erhielt Kim das Diplom für Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

Bekannt wurde Byung Chul Kim mit seinem einjährigen Projekt Performance-Hotel (2009–2010), einem international rezipierten, partizipativen Kunstprojekt im Stuttgarter Osten. Im Performance-Hotel aber auch im Performance-Express (Zugfahrten nach Paris, Metz, Luxemburg, 2010–2011) konnte gegen eine Performance ein Schlafplatz bzw. ein Zugticket erworben werden. Thema dieser Projekte ist Kims Suche nach alternativen Tauschmitteln. Auf Einladung der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden eröffnete Byung Chul Kim im Rahmen der Ausstellung Room Service (2014) erneut ein temporäres Performance-Hotel in Baden-Baden. Mit diesen Aktionen, wie auch mit dem Projekt Humor-Restaurant (2012), in welchem sich der Gast mit einer humorvollen Darbietung eine Mahlzeit verdienen kann, konterkariert Kim die Monopolstellung des Geldes.

Byung Chul Kim setzt seine Ideen auch in den beiden Medien Zeichnung und Video um. Diese Werke, z.B. der Zyklus Der kleine Künstler, zeichnen sich durch subtile philosophische Überlegungen aus, welche sich mit feinsinnigem Humor dem Betrachter der Werke darbieten. Themen der Arbeiten sind Glück, der Kreislauf des Lebens und Tod und Existenz. Oft vermischen sich dabei traditionelle buddhistische Themen mit westlichen Einflüssen und spiegeln so Kims transkulturelle Arbeitsweise wieder.

Byung Chul Kim führt seine Performance-Projekte in Deutschland, der Schweiz, Frankreich, den USA und Afrika durch. Seine Zeichnungen und Videos waren u.a. im Kunstverein Zürich, bei Wiensowski & Harbord in Berlin und im Richmond Art Center in Richmond zu sehen.

Byung Chul Kim, Anziehpuppe, 2014, pencil on paper, 100 x 140 cm

Byung Chul Kim, Anziehpuppe, 2014, pencil on paper, 100 x 140 cm

 

Für die Ausstellung im Projektraum Fettschmelze ist eine Installation mit zum Teil neuen großformatigen Zeichnungen geplant, die sich mit Fragen der Identität und Unterschiede und Gemeinsamkeiten westlicher und fernöstlicher Kultur auseinandersetzen. Dabei werden beispielsweise Parasiten oder Pilze thematisiert, die ein Tier befallen und es äußerlich „normal“ erscheinen lassen. Innerlich setzt sich aber der Parasit fest und bringt das Tier sogar so weit, fremdgesteuert zu leben und zu handeln. Auch die aus dem Buddhismus kommende Vorstellung, dass die Identität des Menschen sie aus seinem inneren Wesen erschließt, wird thematisiert: Die Arbeit Identität und Erscheinung Teil I zeigt einen nackten menschlichen Körper um den unterschiedliche Kleidungsstücke sowie Schuhpaare angeordnet sind. An jeder Kleidung sowie an der menschlichen Figur sind Faltlaschen gezeichnet, die den Eindruck erwecken, es handele sich um eine Anziehpuppe zum Ausschneiden und Schuhpaare und Kleidung können beliebig „angezogen“ werden. Der Charakter der dargestellten Person wird nicht thematisiert, vielmehr liegt der Fokus auf der einer eher westlich geprägten Kulturvorstellung, dass Kleidung einen Eindruck der inneren Werte eines Menschen vermittelt.

Im Rahmen der Ausstellung Byung Chul Kim – Identität und Erscheinung im Projektraum Fettschmelze ist eine Performance von Byung Chul Kim sowie ein Vortrag geplant, von Julia nifka, Doktorandin des Intituts für Philosophie am KIT.

Byung Chul Kim, Eine wesentliche Täuschung (Ich hoffe, ich bin ein netter Parasit), 2014, pencil on paper, 100 x 150 cm.

Byung Chul Kim, Eine wesentliche Täuschung (Ich hoffe, ich bin ein netter Parasit), 2014, pencil on paper,
100 x 150 cm.

 


Webseite des Künstlers: www.byungchulkim.de