OLIVER HAFENBAUER (Robert Johnson, Die Orakel)

Wir erinnern uns noch gut an den Moment, als wir uns zum zweiten mal an diesen Moment erinnert haben. Es hat auch da keine zwei Minuten gedauert. Wenn OLIVER HAFENBAUER an die Decks tritt, stellen sich oft mal ein paar Arm-Härchen auf und der Raum flirrt. Wer noch nicht weiß, wer Herr Hafenbauer ist, dem können wir an dieser Stelle nicht weiterhelfen (aber unten). Vielleicht auch besser manchmal, weniger zu wissen und es einfach zu erleben – zum ersten, zum zweiten oder zum dritten Mal. 

„I would never make a deal with the devil. There must be a catch in it.II’d rather not make any compromises and take the stony path.“

- Oliver Hafenbauer

Für den Kosmos eines Clubs kann das bedeuten: Raum, Soundsystem und ein mutiges Programm stehen im Dienst genau einer Sache: der Musik. Scheinbar eine einfache Formel und doch setzt sich damit Oliver Hafenbauers musikalische Heimat von so vielen anderen ab. Der steinige Weg führt über den Frankfurter Hauptbahnhof, runter zu den S-Bahnsteigen, in die S2. Viertelstunde, dann Haltestelle Offenbach Kaiserlei. Ein paar Wegminuten an Hauptstraßen, stillen Bürogebäuden und etwas Industrie vorbei. Ein schlichter Flachbau, direkt am Main, nebenan ein Ruderverein. Klein, an der Tür: ROBERT JOHNSON. Als Resident DJ dort, Programmgestalter und Kurator des zugehörigen Plattenlabels trägt Oliver Hafenbauer einen großen Teil dazu bei, dass diese beiden Worte so etwas wie eine magische Formel geworden sind. Die ersten verrauchten Jacken holte Oliver sich in den legendären Frankfurter Clubs Omen und Dorian Gray, dann in Atas Wild Pitch Club, die ersten Platten im Laden Delirium. Kein Zufall: WARP Records. In seinem Mix „Meilensteine“ (https://soundcloud.com/live-at-robert-johnson/meilensteine-02) zeigen sich seine weiteren Einflüsse der 80er und 90er Jahre von Dub, New Wave, Electro bis zu IDM. Auch wenn sich LIVE AT ROBERT JOHNSON mit seinen 33 Veröffentlichen augenschaunlich House und Techno widmet, sind dies doch nur Etiketten, um darin alles zu verhandeln, was besagtes Erbe mit aktueller Clubmusik zu tun hat - eine ganze Menge. Als Booker und DJ begrüßt er den Nachwuchs (Benedikt Frey) ebenso wie Größen der Szene (Omar-S, Levon Vincent, Ben UFO) und unkategorisierbare Originale (Sex Tags, Madteo). Sein eigenes Label DIE ORAKEL gibt seinem Interesse für vertrackte und trippige Tanzmusik eine Form und seine Sets sind stilistisch nicht festzunageln - ein Trip, teils psychedelisch, teils unnachgiebig hart, zu Zeiten verträumt, immer in stolpernder Bewegung. Er wird etwas von der Magie des Robert Johnson mitbringen, ist er doch ein großer Teil von ihr. 

https://www.fabriclondon.com/blog/view/introducing-robert-johnsons-ar-and-resident-oliver-hafenbauer

23-05 Uhr

Eintritt: 10€

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Artwork: Felix Plachtzik